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15.07.10 18:08 Alter: 50 days

Deutschland steht erstmals seit 20 Jahren wieder in einem WM-Endspiel

Rubrik: Damen-Nationalmannschaft

Von: Andreas Joneck

Topscorerin Marina Mohnen

Birgit Meitner führte routiniert Regie

Jubel nach der Schlusssirene

Harter Kampf gegen Australien – Marina Mohnen erneut überragend

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen steht erstmals seit 20 Jahren wieder in einem Weltmeisterschaftsendspiel. Vergessen ist die bittere Halbfinal-Niederlage vor vier Jahren in der Verlängerung gegen Kanada, nachdem die deutschen Damen am Donnerstag in einem harten Kampfspiel Semifinalgegner Australien verdient mit 66:47 bezwungen haben. Im Endspiel von Birmingham trifft das Team Germany nun am Samstag um 14:00 Uhr Ortszeit in der National Indoor Arena auf den Paralympicssieger USA, der sich im zweiten Semifinale mit 68:58 gegen den noch amtierenden Weltmeister Kanada durchgesetzt hat.

Australien – Deutschland   47:66 (13:21/26:29/32:49)

„Das war ein ganz hartes Stück Arbeit, aber schließlich war es ja auch ein WM-Halbfinale“, schmunzelte Bundestrainer Holger Glinicki nachdem sich der erste Jubel der überglücklichen Mannschaft gelegt hatte und spielte damit bereits indirekt auf die teilweise grenzwertig harte Gangart des Teams aus Down Under an: „Wir haben den Kampf angenommen, Marina Mohnen war einmal mehr bärenstark und ein dickes Lob muss ich auch Birgit Meitner aussprechen“. Damit bezog sich der Hamburger auf eine starke Phase der Australierinnen, die im zweiten Viertel nach einem 9:19 (8.) Rückstand aufkamen und bis auf 22:25 (15.) durch die starke Kylie Gauci verkürzten. Die Ausgburgerin übernahm in dieser Phase die Kontrolle des Spiels und legte damit auch den Grundstein für den spielentscheidenden 12:2-Zwischenspurt nach dem Seitenwechsel. Mit einer druckvollen Verteidigung und einem sicheren und schnellen Spielaufbau waren es in dieser Phase vor allem die Centerinnen Gesche Schünemann und eben Italien-Legionärin Mohnen, die das Ergebnis bis auf 41:28 (26.) ausbauten. Beide erzielten mit jeweils 13 Rebounds zudem ein sogenanntes Double-double in Rebounds und Punkten.

Bis zur Schlussminute verteidigten die ING-DiBa Korbjägerinnen diesen Vorsprung gegen die nun immer giftiger werdenden Australierinnen mit der nötigen Abgeklärtheit und großem Kampfgeist. Im Endspiel am Samstag um 14:00 Uhr kommt es damit zur Neuauflage des paralympischen Finals von Peking und zur Chance auf eine Revanche gegen den damaligen Goldmedaillengewinner USA. Nach Bronze bei der WM 2006 in Amsterdam steht aber schon jetzt fest, dass die deutsche Mannschaft den damaligen Erfolg bereits übertroffen hat und nach Silber 1990 zum ersten Mal seit 1986 wieder Weltmeister werden kann.

Australien: Kylie Gauci (12/1 Dreier), Cobi Crispin (10), Liesl Tesch (5), Shelley Chaplin (6), Katie Hill (6), Sarah Stewart (6), Clare Burzynski (2), Melanie Domaschenz (n.e.), Bridie Kean (n.e.), Tina McKenzie (n.e.), Amber Merrit (n.e.), Leanne Del Tosco (n.e.).

Deutschland: Marina Mohnen (26, AS Santo Stefano/ITA), Gesche Schünemann (15, RSV Lahn-Dill), Annika Zeyen (15, University of Alabama/USA), Simone Kues (8, Hamburger SV), Birgit Meitner (2, SV Augsburg), Mareike Adermann (University of Wisconsin/USA), Edina Müller (ASV Bonn), Silke Bleifuß (n.e., Mainhatten Skywheelers), Annabel Breuer (n.e., SKV Ravensburg), Heike Friedrich (n.e., Mainhatten Skywheelers), Maria Kühn (n.e., SV Augsburg), Maya Lindholm (n.e., Hamburger SV).

Damen Halbfinale

Deutschland

Australien

66:47

USA

Kanada

68:58

Damen Platzierungsspiele 5-8

Niederlande

China

69:48

Großbritannien

Japan

46:31

Damen Spiel um Platz 9

Brasilien

Mexiko

Fr., 12:15

Damen Spiel um Platz 7

China

Japan

Fr., 14:00

Damen Spiel um Platz 5

Niederlande

Großbritannien

Fr., 16:15

Damen Spiel um Platz 3

Australien

Kanada

Sa., 09:00

Damen Finale

Deutschland

USA

Sa., 13:30

Herren Halbfinale

Italien

Frankreich

58:63

Australien

USA

68:58

Herren Platzierungsspiele 5-8

Polen

Türkei

62:49

Kanada

Großbritannien

51:67

Herren Spiel um Platz 11

Algerien

Südkorea

Fr., 10:00

Herren Spiel um Platz 9

Japan

Mexiko

Fr., 11:45

Herren Spiel um Platz 7

Türkei

Kanada

Fr., 14:15

Herren Spiel um Platz 5

Polen

Großbritannien

Fr., 16:30

Herren Spiel um Platz 3

Italien

USA

Sa., 11:15

Herren Finale

Frankreich

Australien

Sa., 16:00


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